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Gerinnungsschulung: Selbstmanagement der oralen Antikoagulation

Blutverdünnung – kann das der Patient selbst?

Foto Coagu
Jeder Mensch hat seine ganz individuelle Blutgerinnung zur Eindämmung des Blutverlustes bei Verletzungen. Dieses – an sich sehr sinnvolle und ausgeklügelt funktionierende – System in unserem Körper führt andererseits bei bestimmten Voraussetzungen zu unerwünschten Gerinnselbildung (Thrombose) und dessen katastrophalen Folgen, wie z.B. Schlaganfall oder Lungenembolie.

Das kann man weitgehend vermeiden durch Einnahme eines sogenannten Gerinnungshemmers wie z.B. Marcoumar, Sintrom oder Phenprocoumon. Diese Tabletten haben auch bei Langzeitgebrauch keine Nebenwirkungen, allerdings erfordern sie eine regelmäßige Blutkontrolle (1 Tropfen aus der Fingerbeere) und eine – je nach Messwert – eventuelle Anpassung der Tablettendosierung von Woche zu Woche. Ähnliches gilt ja auch bei Blutzucker und Insulin-Dosierung.

Messen und Dosieren kann man erlernen, Gerät und Teststreifen werden von der Krankenkasse (abzüglich eines Selbstbehaltes) bezahlt. Voraussetzung dafür ist der Nachweis einer Schulung.

Welche Patienten kommen dafür in Frage?

Menschen mit Kunstklappenersatz, wiederholter tiefer Beinvenenthrombose oder Lungenembolie, Vorhof-Flimmern (ab ca. 60.Lebensjahr) mit/ohne Schlaganfall, angeborene Gerinnungsstörung etc.
Hinweis: Die Verwendung eines Gerinnungshemmers (im Volksmund fälschlicherweise Blutverdünnung genannt) muß auf Dauer bzw. lebenslang vorgeschrieben sein.

Was kostet das?

Es entstehen Ihnen keine Kosten für die Schulung. Eine überweisung des Haus-/Facharztes/Klinik an das Ambulatorium Nord mit dem Vermerk „Gerinnungsschulung“ ist notwendig.Einen Selbstbehalt beim Messgerät und den Streifen kann, je nach Sozialversicherung, anfallen.

Was muß ich mir zutrauen?

Fast jeder Patient ist in der Lage, das Selbstmanagement seiner Gerinnung zu erlernen, soferne er das wirklich will. Man kann sich zudem von einem Angehörigen helfen lassen. Sie müssen 1x pro Woche messen und dosieren, und alle 3 Monate den Gerinnungs-Ausweis beim Haus-/Facharzt kontrollieren lassen.

Zeitaufwand für die Schulung

Zweiteilige Schulung mit:
1. Termin (4 - 5 Stunden) üblicherweise an einem Samstag 9 – 14:30 Uhr; und
2. Termin (1,5 Stunden) üblicherweise an einem Montag 13 – 14:30 Uhr
Danach erhalten Sie ein persönliches Schulungszertifikat, mit dem man Gerät und Teststreifen bekommt.

Bezüglich Anmeldung: Was muss ich tun?

Auskunft zwecks Anmeldung bekommen Sie im Ambulatorium Nord, telefonisch oder vor Ort an der Rezeption. Telefonnummer und Öffnungszeiten finden Sie hier!

Schulungsteam

Dr. Krüttner, DGKS Irmgard Bartmann und DGKS Manuela Smetana

Weitere Information finden Sie unter

ÖASA und INR-Austria